
Donnerstag, 11. Juni 2009
Dienstag, 9. Juni 2009
Fünf Spinnen
Unter der Brücke
da hausen fünf Spinnen,
sie grausen und sinnen
nach dir - grade du!?
Unter der Brücke
da wohnen fünf Spinnen,
gar fleischige Spinnen
und komm’n auf dich zu.
***
Du bist ganz alleine
und spürst vierzig Beine
auf nackiger Haut.
Du kannst dich nicht wehren,
man kann dich nicht hören,
dein Wimmern wird laut.
Und duldest dein Schweigen,
die Spinnen besteigen
die Schulter und auch
die Arme, den Rücken,
sie kitzeln und zicken
an Nacken und Bauch.
***
Du kannst nicht entrinnen,
die Spinnen, sie spinnen
ein Netz und dich ein.
Und in jener Traumnacht
träumst du voller Andacht
von Spinnengebein.
Donnerstag, 28. Mai 2009
Anneliese
Zog einst Anneliese durch Wald, über Flur,
durchkämmte die Wiese, genoss die Natur.
Sie zupfte Bocksbarte und Veilchen in blau,
die hübsche Wegwarte und Wiesen-Pippau.
Sie brach Maienglöckchen, Storchschnäbel am Rand,
(es wehte ihr Röckchen ins Wildblumenland),
und Zittergras pflückte, damit es kredenzt,
den Klatschmohn sich knickte, was ordentlich glänzt.
Lustwandelnd ein Bürschlein, mit Bündel und Hut,
er naschte ein Kirschlein, das schmeckte ihm gut
und sah sie beim Pflücken, kam um den Verstand
und nahm mit Entzücken, sie fest an die Hand.
Sie hüpfelten beide durchs Wildblumenfeld,
umarmten voll Freude, ja, sich und die Welt.
Ein Bänklein im Schatten beim alten Birnbaum,
welch’ Scheue sie hatten und sinnlichen Traum.
Das Bürschlein verlangte jäh Liebe und Treu,
dem Lieschen es bangte, sie sei doch so neu!
„Ein Küsschen in Ehren, so ganz ohne Grund,
wirst du wohl entbehren“, und spitzte den Mund.
Rasch ging Anneliese errötet hinfort,
zurück auf die Wiese und brach im Akkord.
Rund hundert Versfüße! – Die Kurzfassung ist:
Wenn Anne ihn ließe, hätt’ er sie geküsst!
Donnerstag, 21. Mai 2009
Im Bann des Schwans
Erhaben unter grünen Tannengipfeln,
vorübergleitend um das Rund des Sees,
schwimmt weißes Gold, aus Schatten jener Wipfeln
heraus – und dort im Lichte schimmert es.
Und treibt voran gemächlich wie ein Kahn,
das Haupt in Tiefen tauchend hin und wieder;
Idyllisch lautlos kreist es seine Bahn,
um dann mit blankem, rauschendem Gefieder
gewaltig und von purer Eleganz,
verzaubernd und durch jene Pracht gebannt,
emporzusteh’n, wie kurz vor einem Tanz,
den Leib gestreckt, die Flügel weit gespannt.
Dienstag, 19. Mai 2009
Maimohn
Seh’ einen weißen Wolkenbausch
am blauen Morgenhimmel steh’n.
Die Amseln schlagen munter und ich lausch’
dem warmen Maiwind im Vorübergeh’n,
wie er die Gräser neigt und sie zu Wellen formt,
in Sommerlinden huscht, sich raschelnd dreht
und über bunte Blumenwiesen weht.
Blüht wilder Mohn so rot wie Glut
auf Feldern und am Wegesrand.
Der Kuckuck ruft, ich träume und es tut
so gut zu sehn wie er das weite Land,
die Fluren ziert in farbenfroher Pracht,
auf wundersamste Art die Frühlingswelt
mit seinem Blütenblätterlicht erhellt.
Montag, 18. Mai 2009
Du bist wie der Ozean
Ich lausche an deiner Ohrmuschel
und höre das
Meeresrauschen.
Bade in den Wellen
deiner Haare,
schmecke das Salz
perlender Freudentränen,
tauche in deine blauen Augen
und sehe die unendliche Weite.
Ich bewundere den Tiefgang
unserer Gespräche,
die Stille deiner Worte,
die wie Möwen
leicht und unbeschwert
über mir umher fliegen.
Worte, die bei Schiffbruch
mich ans ferne Ufer retten.
Dein Herz ist wie eine Insel
auf der ich mich geborgen
und sicher fühle.
Du bist wie
der Ozean
in meinem Leben.
Ja, das bist du!
Sonntag, 17. Mai 2009
Frühlingstag im Mai

Der Kuckuck ruft, die Frösche quaken,
die Nachtigall kredenzt ihr Lied.
Von Weiden stöbert Flaum hernieder,
im Gras das Maienglöcklein blüht.
Die Iris strahlt, die Jungfern tanzen,
bunt steht so manches Knabenkraut.
Herbei schwebt ein Aurorafalter,
Pirole singen altvertraut.
Der Waldbach rauscht, voll Würze duftet
die Luft nach Flieder und Salbei.
Den Himmel zieren weiße Wölkchen,
an einem Frühlingstag im Mai.


